Donnerstag, 12. Oktober 2017

Racquet Club – s/t (Rise Records)

Racquet Club dürften Stand heute kaum jemandem etwas sagen, dabei stecken in der Band Mitglieder, die vielen Lesern schon zahllose großartige Platten und Live-Shows beschert haben - Sergie Loobkoff von Samiam nämlich und Blair Shehan (Knapsack+The Jealous Sound). Und erinnert das Debütalbum jetzt an die genannten Bands? Irgendwie schon, und irgendwie auch nicht.



Natürlich ist das alles im weitesten Sinne Emo, Indie, Postrock. Es fehlt allerdings ein wenig die ungestüme Energie von Loobkoff, vor allem Samiam-Fans werden das treibende Element vermissen. Was nicht heißt, dass Racquet Club nicht ein paar ganz tolle Songs aufgenommen hätten, ganz im Gegenteil: Die Scheibe strotzt nur so vor wunderschönen Kleinoden, die allerdings sehr melancholisch und nachdenklich sind und beim Rocken immer eine Träne im Kopflock haben, ohne weinerlich zu wirken. 

Emo eben, und natürlich auch irgendwie Nineties, aber beides in sehr guter Form. Einfach mal das hymnische "I Can't Make You Believe" oder "Head Full Of Bees" anhören – wie die Band zuerst warm brummend eine wunderschöne Melodie ins Ohr legt und dann zum Ende hin doch noch zackiger vorgeht, ist schon großes Kino.  




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