Samstag, 15. April 2017

Mobina Galore – Feeling Disconnected (Gunner Records)

In Sachen Gleichberechtigung und Emanzipation hat sich sicherlich in den letzten Jahren viel positives getan, der Punkrock bleibt aber irgendwie weiterhin eine sehr männlich dominierte Angelegenheit – vor 15 Jahren feierten wir Bands wie TILT und Dover und fragten uns, warum nicht mehr tolle Bands mit weiblichem Gesang aktiv sind. Und heute? Sieht es nicht viel besser aus – was man eben schon daran merkt, dass man bei Mobina Galore zuerst darauf hinweist, dass hier zwei Frauen tollen Punkrock spielen. Müsste man ja gar nicht erwähnen, wäre es selbstverständlich.



Wie auch immer: „Feeling Disconnected“ mag textlich einige unschöne Trennungs-und Einsamkeits-Momente verarbeiten, ist aus Hörer-Sicht aber eine durch und durch tolle Angelegenheit – vor allem die ersten Songs auf dem Album begeistern. „Start All Over“ ist hymnisch und energetisch und rotzt und rockt sich in die Gehörgänge, „Suffer“ ist eine straighte Ansage, „Vancouver“ vielleicht etwas repetitiv, aber trotzdem Against Me!-tauglich und hymnisch, und auch „Nervous Wreck“ reißt mit. Danach sind die Songs immer noch gut, aber oft halt eher positiver Durchschnitt, mit einigen Garagen- und Rock-Momenten. Trotzdem: Tolle Band, tolles Album.


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