Freitag, 23. September 2016

Heaven Shall Burn – Wanderer (Century Media)

„Veto“ war ein grandioses Statement von einem Album, Heaven Shall Burn haben sich in ihrer an Highlights armen Karriere aber bekanntlich schon des öfteren übertroffen – und ziehen auch diesmal vor der Herausforderung natürlich nicht zurück. „Wanderer“ bietet dabei einerseits Erwartbares – die Trademarks der Band sind unverkennbar, eine HSB-Platte erkennt man eben schon nach wenigen Sekunden. Andererseits setzt die Scheibe diesmal deutlich mehr auf Variabilität als der Vorgänger, was für zusätzliche Dynamik sorgt, ohne den Dampfwalzen-Faktor runter zu schrauben.


Besonders auffällig ist die wieder stark angestiegene melodische Hymnenkraft – Stücke wie „Bring The War Home“ oder „Passage Of The Crane“ zitieren die Göteborg-Meister in höchster Qualität und zelebrieren den Melodic Death Metal förmlich. Die unerbittlichen und humorlosen Attacken gibt es aber ebenso wie klassisch-metallische Soli und kurze atmosphärische Ruhepausen – die Scheibe heißt nicht ohne Grund „Wanderer“, das Panorama des Sounds ist breiter, abwechslungsreicher, differenzierter.


Natürlich ist das für den Bandkosmos von HSB alles nichts neues, es gibt keine echten Überraschungen oder Abweichungen. Aber „Wanderer“ ist dafür eben das gesamte Kaleidoskop, was die Band auffahren kann, und das ist bestmöglicher Songwriting-Qualität, gewohnt grandios produziert - und gleichzeitig so eingängig wie lange nicht.




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