Donnerstag, 15. Oktober 2015

Die Nerven – Out (Glitterhouse)

Kritiker-Lieblinge sind die 2010 in Esslingen bei Stuttgart gegründeten Nerven ja schon länger, aber das gilt bekanntlich für viele sperrige Indie-, Noise- oder Postpunk-Bands aus Deutschland. Mit dem neuen Album „Out“ wird man aber nicht nur einmal mehr in den Feuilletons für Aufregung sorgen, sondern auch die Hörerschaft ein gutes Stück erweitern – Wut und Frust sind zwar geblieben, die Songs erklingen aber trotzdem deutlich geschliffener, knackiger und vor allem auch mit noch etwas mehr Groove.



Sperrig bleibt man natürlich trotzdem: „Barfuß Durch Die Scherben“, „Den Tag Vergessen“ oder „Dreck“ sind keine Songs, die Liebe beim ersten Kontakt wollen, sondern erst mal mit Lärm, anspruchsvollen Arrangement, düsterem Unterton und bedrohlicher Stimmung aufwarten. Die Wechsel von krachigem Noise zu dunklem Sprechgesang, von Sonic Youth zu Blumfeld, sind noch etwas expliziter und drastischer, auf der anderen Seite groovt es auch deutlich mehr – die teils genannten Helmet-Vergleiche treffen da zwar nicht wirklich ins Schwarze, genug Momente zum Kopfnicken gibt es aber trotzdem. Der schon oft gescheiterte Spagat aus Anspruch und Wirkung wird hier jedenfalls immer wieder gekonnt gemeistert.


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