Dienstag, 27. Oktober 2015

Coheed & Cambria – The Color Before The Sun (Ryko)

Wo sind all die Ambitionen hin? Die Epen, die progressiven Monster-Songs, die Science-Fiction-Storys? Andere Bands werden im Laufe ihrer Karriere komplexer und verschwurbelter, Coheed gehen den komplett anderen Weg – ihr achtes Album „The Color Before The Sun“ ist ihr puristischstes, normalstes, „einfachstes“ – man könnte glatt sagen ihr profanstes.


Es gibt keinen dazugehörigen Comic, keine Soli, keine gewaltigen Prog-Ausflüge. Stattdessen überschaubare Songlängen, vorhersehbare Konstruktionen – und ganz viel Melodie.  Sanchez hatte zwar noch nie was gegen Pop, so eindeutig wie hier hat er das der Welt aber noch nie mitgeteilt – der tolle Opener „Island“ oder das vorab veröffentlichte „You Got Spirit Kid“ etwa gehen problemlos als Power-Pop oder Pop-Punk durch.


Und man kann noch viel ruhiger und reduzierter: „Colors“ etwa ist wattige Schwelgerei, „Ghost“ reduziertes Singer-Songwriter-Tum. Diese selbst auferlegte Beschränkung und Zurückhaltung tut der Band spürbar gut – sie verzettelt sich nicht, sondern legt zehn durchgängig gefällige, meist wirklich schöne Pop-Rock-Nummern vor. Das mag manch Die-Hard-Fan auf Grund der gebotenen Einfachheit enttäuschen – andererseits könnten auch viele frühere Anhänger, denen es irgendwann zu viel mit abstrakten Stories wurde, aber genau jetzt wieder einsteigen.



Coheed and Cambria - You Got Spirit, Kid [Official Video] from Anthem Films on Vimeo.

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