Freitag, 16. Oktober 2015

Allison Weiss – New Love (SideOneDummy)

Allison Weiss ist eines dieser wunderbar positiven Beispiele, wie sich Talent und harte Arbeit nach und nach auszahlen können. Alles begann mit kleinen Youtube-Schnipseln, starken Folk-Punk-Songs und einer Crowdfunding-Kampagne, es folgte ein Deal bei No Sleep, noch besseres Songwriting und noch mehr Aufmerksamkeit – und für Album Nummer 3 ist Weiss jetzt bei SideOneDummy gelandet und wird in kürze wohl nochmal deutlich mehr Hörer haben. Verdientermaßen.


Wobei sich ihr Sound doch deutlich geändert hat: „New Love“ ist mehr Pop als Punk, mehr Indie als Folk, mehr Radio als Keller. Eingängige Synthie-Flächen, große Melodie-Momente – Stücke wie „Who We Are“ sind eher großes Stadion als intimer Club.

Und trotzdem schön: Die Stimme ist toll wie eh und je, die Melancholie bleibt auch in den eingängigsten Momenten erhalten. Das ist dann eher selten die weibliche Antwort auf Frank Turner, eher schon eine poppigere Variante von Amanda Palmer, ein Zitieren der ruhigeren Songs von Dover, ein Zitieren von Candy Hearts-Momenten – und oben drauf die sanft pluckernde Elektronik, die Stücke wie „Counting Down“ zu ebenso zuckersüßen wie verträumten Ohrwürmern macht.


Das hat sicherlich ein bisschen Kitsch-Potenzial, ist definitiv glatter als in der Vergangenheit – aber auf so sympathische, bezaubernde und eingängige Art und Weise, dass man schon eine große Abneigung gegen Pop haben muss, um das hier nicht doch irgendwie ziemlich schön zu finden.


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