Samstag, 29. August 2015

Defeater - Abandoned (Epitaph)

Defeater sind und bleiben einfach unfassbar gut - um das Fazit zum neuen Album schon mal gleich zu Beginn vorweg zu nehmen. Natürlich gibt es wieder mehr als genug zum Inhalt zu sagen; man bleibt dem Stil treu, inhaltliche Konzeptalben rund um eine Familie und die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges auf sie zu veröffentlichen - auch wenn diesmal kein direktes Familienmitglied, sondern ein Priester im Mittelpunkt steht. Die Folge sind Zeilen, die teils Gebets-artige Ansätze mitaufnehmen, und Texte, die aufzeigen, wie innere Konflikte einen zerreißen können und so früher oder später auch vom Glauben abgefallen wird.

Nur: Defeater haben zwar diese beeindruckende inhaltliche Tiefe, funktionieren aber auch 2015 weiterhin komplett musikalisch - es braucht die Texte von Archambault nicht als Vorwand, um "Abandoned" für ein großartiges Album zu halten. Es ist wieder irgendwas zwischen Hard- und Postcore, mit rockigen Ausreißern wie in "Borrowed & Blue", melancholischen und düsteren Momenten und Stücken, die sich nach und nach zu beeindruckenden Brocken entwickeln.

Am schnellsten überzeugen die direkten, harten, lauten und Tempo-reichen Momente: "Unanswered" etwa bricht aus dem Postcore immer wieder in Hymnen-hafte Shouts aus, "Spared In hell" ist eine Wahnsinns-Hymne mit viel mitreißender Energie, das schnelle "December 1943" bringt die bekannte, düstere Punk-Note mit in den Sound.

Aber auch die schweren, monströsen und gewaltigen Momente wie das schleppende "Divination" nehmen einen schnell gefangen. Die zahlreichen Anhänger der Band müssen sich also keine Sorgen machen - Defeater gehen die Geschichten und Ideen noch lange nicht aus.

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