Samstag, 13. Juni 2015

Desasterkids - 030 (Redfield)

Die Desasterkids mögen ihre Heimatstadt, sonst hätten sie ihr Debütalbum (bisher gab es nur die EP "Sex, Beer & Breakdowns") wohl kaum 030 benannt und dann noch den Berliner Bären aufs Artwork gepackt. Im Bereich Hardcore und Metal berufen sich interessnaterweise gar nicht so viele Kapellen auf Berlin - Dinge wie die "030 Squad"-Shirts von Shortage einst sind eher die Ausnahme. Einen sonderlich großen Bezug zur Stadt in musikalischer Hinsicht (wie auch immer der aussehen würde) sollte allerdings keiner erwarten: Die Band spielt leicht prolligen, druckvollen Metal-Hardcore - mit einigen sehr eingängigen Momenten.

Schon das Presseinfo scheut sich nicht, das Wort "NuMetal" in den Mund zu nehmen, und die Band erinnert tatsächlich immer wieder an diverse Kapellen aus dem Genre - Devildriver, Coal Chamber oder Slipknot standen nicht nur angesichts solcher Songtitel wie "#sicksicksick", sondern definitiv auch musikalisch Pate. Das merkt man dann nicht nur bei den Stakkato-Riffs, den düsteren Growls und der dicken Produktion, sondern auch bei den eingängigen Refrains: Der angesprochene Sick-Song oder auch der Opener "Breakdown City" sind zweifellos kleine Ohrwürmer.

Ganz in der Tradition früherer New Metal-Kapellen sind aber auch die Desasterkids nicht unbedingt an aufwändigen Songkonstruktionen interessiert - die Band will Spaß haben, die Songs sollen knallen. Das ist sicher teils etwas plump, mindestens ebenso häufig Party-tauglich, aber wer jetzt Angst vor zu viel Anbiederung hat - das Ganze ist immer noch heavy genug und auch noch ein ganzes Stück von den Chart-Ambitionen von Eskimo Callboy und Konsorten entfernt.


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