Freitag, 10. April 2015

Unwed - Raise The Kids (6131 Records)

In der Theorie wäre es so einfach: Man nehme Jason Black (Hot Water Music), Arthur Sheperd (Errortype:11) und Jeff Gensterblum (Small Brown Bike), stecke sie alle zusammen in eine Band, und raus kommt ein mitreißender rauer Punkrock-Emo-Sound, irgendwo zwischen Gainesville und Quicksand - oder?

Komplett falsch, zumindest in diesem Fall: Unwed, bei denen neben den drei genannten noch Matt Kane und Frontfrau Neltie mitmachen, haben mit den anderen genannten Bands wenig bis gar nichts am Hut. Stattdessen gibt es einen Sound, der irgendwo zwischen Alternative, Indie und Postrock angesiedelt- auf jeden Fall aber massiv von den Neunzigern inspiriert ist.



Dominierend ist vor allem der weibliche, mal etwas verträumte, mal hypnotische Gesang, der eingängige Momente ebenso beherrscht wie Grunge-angehauchte Rocker. Das erinnert an die Deftones ebenso wie an Hole, ein bisschen Garbage ist ebenso dabei wie manchmal Alice In Chains.  Keiner der Songs sticht massiv heraus, es gibt auch nicht den vermeintlichen Single-Hit, dafür eine ganze Reihe atmosphärisch starker Stücke, die sich wie etwa der Titelsong druckvoll in die Gehörgänge vorarbeiten.

Für HWM-Fans ist das nur begrenzt tauglich, wer gerne an krachig-eingängige 90s-Alternative-Abende zurück denkt, wird mit dieser Scheibe aber durchaus viel anfangen können.



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