Dienstag, 14. April 2015

Shoshin - Epiphanies And Wastelands (7 Hz)

Authentizität ist ein furchtbar überstrapaziertes Wort, das Musiklabels gerne benutzen, um ihre Künstler damit zu adeln - auch wenn in den meisten Fällen nicht allzuviel dahinter steckt. Bei Shoshin darf man den Modebegriff allerdings durchaus verwenden: Wer jahrelang immer wieder unangekündigte Straßenkonzerte spielt und politische Aktionen veranstaltet und als Quittung dafür verhaftet wird oder mit der Beschlagnahmung des eigenen Equipment leben muss, hat sich seine Credibility durchaus verdient. Hinzu kommen  18.000 verkaufte selbstgebrannte CDs - auf solch eine stolze Zahl kommen viele Bands selbst mit Major-Label im Hintergrund nicht.



Verständlich also, dass sich nach Jahren im Untergrund dann doch ein Label gefunden hat, das das Debüt "Epiphanies And Wastelands" jetzt in die Läden bringt. Die Platte lässt sich dabei nur schwer fassen, wie schon der starke Opener "Same To Me" zeigt: Wütender und politisch aufgeladener Text, Sprechgesang, New Metal-Riffs und Alternative-Rock-Meloiden im Refrain: Diese Band springt irgendwie zwischen RATM, Papa Roach, Finch und Biffy Clyro hin und her, schreibt am Ende aber Songs, die trotzdem stimmig und eigen klingen.

Selbst ein bisschen Reggae hat sich auf der Platte versteckt, und um den Punk-Spirit zu untermalen, wird auch noch "Linoleum" von NOFX gecovert. Epiphanies And Wastelands ist sicherlich kein ganz einfaches Album, kein direkter Hit, dafür aber so gehaltvoll, dass die Scheibe wirklich mit jedem Durchgang wächst - und dafür sorgen wird, dass zu den 18.000 Scheiben noch eine ganze Reihe dazu kommen werden.


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