Freitag, 24. April 2015

Rocky Votolato - Hospital Handshakes (Glitterhouse)

Persönliche Rückschläge, private Katastrophen - Rocky Votolato hat schon so einiges Unschönes erlebt, vor allem in den letzten Jahren. Man konnte also damit rechnen, dass "Hospital Handshakes" einen düsteren Unterton haben würde. Womit man nicht unbedingt rechnen konnte, ist die Vielfältigkeit der Scheibe - und die Tatsache, dass Votolato eines seiner stärksten Alben vorlegt.



Prinzipiell kennt man all diese Töne von Votolato schon: Den melancholischen Songwriter-Pop von "Boxcutter", den etwas kratzigeren Indie-Folk von "The Hereafter", das schwelgende Moment mit dem Hang zur großen Melodie im Titelstück. Aber jeder Song ist für sich genommen ein echtes Kleinod; Votolato beherrscht die großen Gefühle ebenso wie das kleine und minimalistische, etwa im tieftraurigen "Sawdust & Shavings". In "White-Knuckles" klingt er wie Gaslight Anthem, in "Rumi" wie Frank Turner, und beides überzeugt.

"Hospital Handshakes" suhlt sich eben nicht in Trauer, leiser Monotonie und Nachdenklichkeit, sondern versprüht ebenso viel Aufbruchstimmung und positive Energie. Scheint wirklich fast so, als wäre Votolato mit 38 Jahren auf dem vorläufigen Schaffenshöhepunkt angekommen.


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