Dienstag, 7. April 2015

Darius Koski - Sisu (Fat Wreck Chords)

Darius Koski ist seit einer Ewigkeit mit den Swingin Utters unterwegs, offensichtlich hat er in all den Jahren aber immer wieder Songs geschrieben, die sich in seiner Hauptband einfach nicht verwenden ließen - eben weil sie zu ruhig oder untypisch waren; mehr als ein vereinzelter Folk-Track auf den Punkrock-Scheiben war meist nicht drin. "I’ve always written songs like this (in a genre other than punk rock), but the only outlet I’ve had for them has always been maybe a song or two on Utters, or Filthy Thieving Bastards records. I have a lot of material that’s just been sitting around for 25 years, with no outlet, and it’s been frustrating."



Um die Frustration zu bekämpfen, erscheint jetzt "Sisu" - wobei man jetzt nicht denken muss, dass man nur alte Kamellen untergeschoben bekommt. "None of the songs on “Sisu" are quite that old, but there are a few that I know I wrote around ’99. I’ve wanted to do this my whole life—I’ve always wanted to be a solo artist, so this really is a lifelong dream of mine." Und als Hörer kann man durchaus Spaß haben an diesem in die Tat umgesetzten Traum; gute Songs schreiben kann Koski nämlich zweifellos, und Utters-Fans der ruhigen Songs werden "Sisu" wohl ohnehin lieben.

Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass man "Sisu" voll und ganz anhört, dass die Scheibe nicht aus einem Guss ist. Koski wechselt immer wieder zwischen Folk und Country, Indie und Songwriter, Honky-Tonk-Momenten und Surf-Gitarren. Und er setzt in den satten 15 Songs alles an Instrumenten ein, was ihm in die Hände kommt - Saiten- ebenso wie Streich-Instrumente, das Piano genauso wie Akkordeon oder Glockenspiel.

"Fond Of, Lost To" etwa ist eingängiger Folk-Sound von seiner besten Sorte, melodisch, melancholisch, und trotzdem beschwingt und dynamisch. "Listen!" ist fröhlicher Country mit textlicher Punk-Attitüde. Das wunderschöne, traurige "Everybody Leaves" setzt einen tollen Schlusspunkt. Dazwischen gibt es aber auch viel Spielerei, Experimente und Stücke, die auch nach mehrmaligem Hören nicht so recht zünden wollen. "Paper Tigers, Plastic Lions" etwa, das irgendwo zwischen Dream-Pop und Indie-Frickelei ansetzt.

Trotzdem hat "Sisu" natürlich seine Daseinsberechtigung, ist ambitionierter und vielseitiger als das meiste, was Punk-Musiker ansonsten so als Solo-Platte veröffentlichen. Und auch wenn nicht alle 15 Songs Highlights sind - ein paar der tollen Stücke darf und sollte Koski dmenächst gerne mal im Vorprogramm der Utters zum besten geben.


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