Freitag, 18. Juli 2014

Joyce Manor - Never Hungover Again (Epitaph)

Schon witzig: Vor 15 Jahren noch hatte man Sorge, dass eine Band ihre musikalische Einzigartigkeit verliert, wenn sie von Epitaph zu einem Major wechselt. Anno 2014 sind die Foren voll von verängstigten Joyce Manor-Fans, die befürchteten, dass der Wechsel ihrer Lieblingsband zu Epitaph die Ecken und Kanten des Souns abschleifen würde. Verrückte Welt. Aber die Anhänger der Kalifornier können aufatmen: "Never Hungover Again" ist in keinster weise glatt geschliffen, poliert oder angepasst. Und außerdem auch noch ein richtig großartiges Album.

Die Band kann sich weniger denn je entscheiden, welchen Stil sie denn nun eigentlich bevorzugt. Pop-Punk? Indie? Garage-LoFi? Aber anstatt die aus Bandsicht völlig überflüssige Kategorisierung voranzutreiben, kombiniert man eben alles, als wären Weezer, Jawbreaker, die Get Up Kids, die Smoking Popes und The Smiths alle Bestandteil eines identischen Planes. Und der Plan heißt: Tolle Melodien im Schrammel-Gewand, ganz viel kratzige Energie und zuckersüße Ohrwurm-Garantien.

Vom Collegepunk-Midtempo-Opener "Christmas Card" über das Emo-Melancholie-Highlight "End Of The Summer" bis hin zum mitreißend rotzigen Singalong-Punkrocker "Heart Tattoo": "Never Hungover Again" ist eine wunderbar hymnische, hibbelige und großartige Platte, die in gerade mal 10 Songs und 19 Minuten so viel gute Laune auslöst, wie es eben nur die richtig tollen Scheiben können.

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