Dienstag, 10. September 2013

Scarred By Beauty - Cape Zero (Redfield)

"Manchmal ist es wichtig zu erfahren, wie tief Du eigentlich fallen kannst, um zu wissen, wie viel Anstrengung es bedarf, um dorthin zurück zu kehren, wo Du hingehörst". Mit diesen Worten beschreiben Scarred By Beauty ihr zweites Album und machen damit von vorneherein klar: Positiver und optimistischer ist ihr Sound nicht gerade geworden. Die Dänen sprechen zwar auch von einem "Licht am Ende des Tunnels", wer das auf "Cape Zero" finden will muss aber schon sehr genau suchen: Diese elf Songs geben sich extrem düster, vertrackt und beklemmend.

Man hört den Songs weiterhin die Hardcore-Wurzeln der Band an; immer mal wieder bricht sich fast klassischer Metalcore den Weg frei, dann werden Moshparts aneinander gereiht, aggressive Riffs in hohem Tempo mit wütenden Shouts kombiniert. Scarred By Beauty haben aber technisch sichtbare Fortschritte gemacht - so bekommen die vertrackten, chaotischen Momente ebenso mehr Raum wie die etwas atmosphärischeren Postcore-Klänge - das geht dann manchmal in Richtung The Ghost Inside, manchmal erinnern Passagen auch an Modern Life Is War.

Bei einem ebenso brachialen wie melancholischen Song wie "We Are Reflections" lassen sich unter der rauen und spröden Oberfläche dann gar leichte Ansätze von Melodien erkennen - das meinte man dann wohl mit dem Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht fehlen insgesamt noch die ganz großen Momente - ein gelungenes Gesamtkunstwerk ist der Band aber schon jetzt geglückt.

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