Donnerstag, 16. Mai 2013

Streetlight Manifesto - The Hands That Thieve (Victory)

Woran erkennt man den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Ska-Punk-Band? Bei einer schlechten Ska-Punk-Band kommen einem zuerst die Cover-Versionen in den Kopf, mit denen die jeweilige Kapelle auf sich aufmerksam gemacht hat. Bei einer guten sind die eigenen Songs so herausragend, dass es keine Cover-Versionen braucht, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Streetlight Manifesto sind somit - natürlich längst nicht nur deswegen - eine herausragende Skapunk-Band. Ihre letzte Veröffentlichung, das Cover-Album "99 Songs Of Revolution Vol. 1" von 2010, war zwar nett, in der Band-Discographie aber nur eine unwichtige Randnotiz neben solchen Klassikern wie "Keasbey Nights" und "Somewhere In The Between". Und mit "The Hands That Thieve" schüttelt man nach mehr als sechs Jahren ohne wirklich neue Songs ganz locker ein wieteres Highlight aus dem Ärmel, das einmal mehr fast die gesamte Konkurrenz wie blutige Amateure aussehen lässt.

Schon der ausufernde Opener "The THree Of Us" zeigt in seinen mehr als 5 Minuten, was diese Band alles kann: Hymnische Refrains, nachdenkliche Textzeilen, klassische Bläser-Einsätze, wütende Punkrock-Ausbrüche: Im Vergleich zu so vielen anderen Ska-Punk-Songs sind die Stücke hier nie wirklich vorhersehbar, sondern immer smart, tiefgründig, und trotzdem am Ende immer Party- und Ohrwurm-Garanten sondersgleichen.

Egal, ob man auf die Tanzfläche bittet ("The Littlest Things"), besten Melodic Core auffährt ("They Broke Him Down") oder im Titelstück Folk- und Songwriter-Flair einfließen lässt und so klingt, als hätte Frank Turner neuerdings eine Bläser-Sektion dabei: Jeder Song für sich ist ein Kleinod, das sich fast nie auf einen einzelnen Stil festlegen lässt, sondern den Punk-, Pop- und Ska-Fan gleichermaßen abgreift und dann noch smarte Texte und einen guten Schuss Melancholie ins euphorische Party-Feuer gießt - nur um das Endergebnis noch vielseitiger und überzeugender zu machen.

Wer da überschwängliche Euphorie aus diesen Zeilen herausliest, tut dies aus gutem Grund: Bei einer Band wie Streetlight Manifesto sind die Erwartungen an ein neues Album, vor allem nach der langen Wartezeit, gigantisch hoch. Beeindruckend, wie diese Band sie nicht nur erfüllt, sondern übertrifft - auch 2013 gilt weiterhin, dass diese Band die Essenz dessen ist, was guten Ska-Punk ausmacht.


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