Montag, 13. Mai 2013

Octaves - Which Way The Wind Blows (Bridge9)

2008 in Baltimore gegründet, 2010 erstmals mit einem sehr guten Debüt namens "Greener Pastures" der Hardcore-Öffentlichkeit aufgefallen, 2013 - auf dem großen Sprung? Wahrscheinlich schon: "Which Way The Wind Blows" ist einerseits so intensiv und düster, dass es schwer fällt, sich dem Sog der Scheibe zu entziehen. Andererseits passt die Platte mit ihren offensichtlichen, aber nie zu plumpen Anleihen bei Defeater und La Dispute, vor allem aber Pianos Become The Teeth auch perfekt in die Zeit - und noch besser aufs Label Bridge9.

Schon der Opener "Premature Congratulations" bündelt die Fähigkeiten der Band gekonnt in einem einzelnen Song: Die chaotischen, aggressiven Riffs, der verzweifelte, mal geschrieene, mal gesprochene Gesang, das vielseitige Drumming, die bedrückende Posthardcore-Atmosphäre - diese Band ist emotional und technisch grandios.

"Which Way The Wind Blows" ist über die gesamten zehn Songs zum Zerreißen angespannt - was sich mal in brachialen Lärmeskapaden entlädt, immer auch wieder aber in ruhigen Zwischentönen und nachdenklich-verzweifelten Passagen äußerst; oder beides zugleich, wie im grandiosen und die Platte abschließenden "Ms.". 

Das atmet den Spirit so unterschiedlicher Bands wie Defeater, Converge, Isis und eben vor allem bereits anfangs erwähnter Pianos Become The Teeth, mündet aber dennoch in einem eigenen, ganz charakteristischen Sound mit zynischen und bitterbösen Texten. Viel zu gut, um nur Geheimtipp zu sein.


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