Freitag, 31. Mai 2013

GFF - Ice On Fire (Green Bomb Records)

Grandioser Beginn: Was GFF - ehemals Green Frog Feet - in den ersten Minuten ihres neuen Albums "Ice On Fire" abfeuern, ist mit das Beste, was aus Deutschland in Sachen Melodic Punkrock in letzter Zeit zu hören war. Nur ein Durchgang, und mang singt im Titeltrack leidenschaftlich Zeilen wie "I'm Like A Supernova" mit, stimmt in den OhOhOh-Chor der Midtempo-Hymne "Broken Man" ein oder freut sich über die No Use For A Name-Zitate in "Keep The Lights On", nachdem man zuvor schon Parallelen zu Pennywise, Bad Religion oder auch frühen Millencolin festgestellt hat.

Passt also auch bestens, dass für die Produktion der Scheibe Ryan Greene verantwortlich war, der schon mit einigen der eben genannten Kapellen gearbeitet hat. Wenn überhaupt, kann man der ersten Hälfte der Platte einen gewissen Retro-Sound vorwerfen; das Ganze ist schon sehr in den späten Neunzigern verwurzelt, was Freunde von kalifornisch geprägtem Punkrock aber nicht stören sollte.

In der Mitte der Scheibe passiert aber leider etwas seltsames - GFF biegen auf einmal ab in uninspirierte und teils belanglose Pop-Radio-Gefilde. Das unnötige Jackson5-Cpver "I Want You Back" kann man ja noch als PopGoesPunk-Ausflug durchgehen lassen, das balladeske "Coming Home" ist aber schon arg schmalzig und unangenehm. Und dann obendrauf noch ein Song wie "Money Maker" - das ist die Art von Pop-Rock mit Kinderlied-Refrain, mit dem einst Bands wie Glow für ein paar Minuten berühmt wurden. Schade, wiel GFF es doch soviel besser können - hätte man den Spirit der ersten Songs durchgezogen, wäre "Ice On Fire" eine glatte Empfehlung geworden.



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