Freitag, 31. August 2012

Betontod im Interview

Ab sofort steht "Entschuldigung Für Nichts" in den Läden - und wenn alle Propheten recht behalten, werden Betontod mit diesem neuen Werk nochmal ein ganzes Stück bekannter werden als mit den letzten beiden, schon extrem erfolgreichen Alben. Wir sprachen kurz vor Album-Veröffentlichung mit Drummer Maik unter anderem über den großen Zuspruch, der sich nun nach fast 20 Jahren Bandgeschichte endlich einstellt.


Neues Jahr, neue Platte - habt Ihr eine Erklärung, warum Ihr derzeit so produktiv wie wohl noch nie zuvor in Eurer Bandgeschichte seid?

Das Ganze mit dem „produktiv sein“ geht ja jetzt schon seit mehr als 3 Jahre so. Hinzu kommt, dass wir auch einfach Spaß an dieser ganzen Geschichte haben und derzeit in uns so etwas wie ein Feuer brennt. Wenn du als Band merkst, dsas das was du tust auch so langsam nach all den Jahren seine Früchte trägt, dann beflügelt das auch ein wenig.

Schon das letzte Album "Antirockstars" lief ja sehr erfolgreich, beim neuen Album vermuten jetzt viele, dass es richtig durch die Decke gehen wird - habt Ihr auch solche Gedanken? Oder versucht ihr, überhaupt keine Erwartungen an den möglichen Erfolg aufzubauen?

Wenn das so einige Leute denken, dann ist das toll – mehr aber auch nicht. Wir stecken sehr viel Herzblut in diese Band, und zwar seit Jahren. Unser Ziel ist es natürlich auch, dass unsere Platten sich steigern in punkto Qualität. Zudem haben wir den Luxus, unser eigener Chef zu sein, denn mit unserem eigenen Label haben wir niemanden im Nacken sitzen, der auf uns Druck ausübt. Ich glaube, dass diese Art von Freiheit auch etwas zu dem derzeitigen „Erfolg“ beiträgt. Wir schauen dem VÖ der neuen Platte entspannt entgegen und freuen uns, wenn sie an den Erfolg von Antirockstars anknüpfen kann.

Ihr seid ja schon gut 20 Jahre dabei, trotzdem sind in den letzten Jahren ja viele neue Hörer dazu gekommen, die Euch noch als ganz junge und recht neue Band wahrnehmen - ist das manchmal komisch, nach so langer Zeit für viele ein Newcomer zu sein?

Nein, wir sind ja realistisch und wissen, dass wir in den Jahren zuvor auch „nur“ eine bestimmte Gruppe von Leuten mit unserer Musik bedient haben. Seit "Glaube Liebe Hoffnung" stieg unsere Fanbase und wir freuen uns natürlich, wenn wir neue Leute erreichen können. Du kannst ja als Band froh sein, wenn dir überhaupt diese Möglichkeit geboten wird, neue Leute zu erreichen. Von daher haben wir kein Problem damit.

Empfindet Ihr den immer größer werdenden Zuspruch auch ein bisschen als Belohnung für die vielen Jahre und die harte Arbeit, die ihr immer geleistet habt?

Natürlich! Wir arbeiten hart an unserem Erfolg, und wenn das Ganze sich dann bemerkbar macht, etwa durch ausverkaufte Konzerte, dann ist das eine schöne Sache für eine Band. Musik machen ist ein hartes Brot und manche bekommen nie die Möglichkeit viele Leute zu erreichen. Dann gibt es Bands, die es quasi auf dem Teller serviert bekommen und diese, die mehr als 20 Jahre hart dafür arbeiten müssen. Wir wissen woher wir kommen - das ist uns mehr als wichtig und dann ist das Gefühl der Freude noch intensiver.

Ihr habt diesen Sommer ja einige große Festivals gespielt - was war Euer persönliches Highlight?

Da gab es ein paar, würde ich sagen. Wacken war großartig, fast schon phänomenal. Summerbreeze und Open Flair waren ebenfalls für uns mehr als erfolgreich. Wir können uns wenn man zurückblickt wirklich nicht beklagen. Der Festivalsommer war ein voller Erfolg für BETONTOD und wir bedanken uns bei jedem, der seinen Teil dazu beigetragen hat!

Beim neuen Album konnte man viel darüber lesen, dass es sehr vielseitig ausgefallen ist - was definitiv stimmt. Andererseits ist es trotz einiger neuer Elemente aber auch eine typische Betontod-Platte. Wundert Ihr Euch selbst ein bisschen darüber, wie sehr solche Sachen wie ein bisschen Ska auf einmal überall diskutiert werden?

Ja und Nein. Bei den Ska-Gitarren zu „Entschuldigung für Nichts“ war es halt für einige verwunderlich, da wir solche Elemente noch nie hatten. Letztendlich klingt der Song aber nach BETONTOD. Die Platte ist halt abwechslungsreicher und durchdachter. Es sind ja auch diese kleinen Dinge, die oftmals ein Album ausmachen. Wir lieben Musik und wollen nicht „stehen“ bleiben als Band. Manchmal dauert es halt etwas,bis man sich reif genug fühlt auch mal ein paar andere Elemente mit einzubeziehen.

Produziert hat ja Vincent Sorg, mit dem Ihr vor ein paar Jahren schon mal arbeiten wolltet - der damals aber nicht wollte. Warum war es Euch so wichtig, mit ihm zusammen zu arbeiten? Und ist es für Euch auch eine Bestätigung der Weiterentwicklung, dass es jetzt doch zu der Zusammenarbeit kam?

Vincent ist ein guter Mann und wir haben in den letzten Jahren sehr hart an uns gearbeitet. Letztendlich reichen ja nicht nur gute Songs, um eine tolle Band zu sein. Wir waren damals einfach noch nicht reif genug für diesen Schritt. Ein guter Produzent  nimmt ja auch nicht jede zweite Schülerband mit in sein Studio und produziert diese. Beide Seiten müssen ja in einer Zusammenarbeit einen Vorteil sehen,nur so kann man gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Wir sind froh und zugleich auch etwas stolz, dass wir gemeinsam mit Vincent eine tolle Platte aufnehmen konnten.

Ihr betont sehr häufig, dass ihr keine politische Band seid. Ist Euch das wichtig, um gar nicht erst in irgendeine Schublade gesteckt zu werden?

Warum sollen wir andauernd betonen, dass wir deutlich gegen jede Art von Rassismus sind!? Jeder, der die Band BETONTOD kennt, weiß, dass wir es eigentlich nicht mehr nötig haben ständig uns gegen Rechts auszusprechen. Wir spielen seit mehr als 20 Jahren auf Punkfestivals und unsere Wurzeln liegen zudem im Punk. Politische Texte sollen andere Bands schreiben,die das besser können als wir.

Können wir 2013 dann schon wieder mit dem nächsten Album rechnen?

Wir schauen jetzt erstmal auf „Entschuldigung für Nichts“. Da liegt ganz klar der Fokus. Wir haben in den letzten Jahren ein enormes Tempo an an den Tag gelegt und ich denke, dass wir der neuen Platte etwas mehr Zeit geben sollten, sich bei den Hörern zu festigen. Von daher ist es eher unwahrscheinlich, dass wir in 2013 schon wieder eine neue CD veröffentlichen.

Noch etwas, das Euch wichtig ist?

Besten Dank für das Interview und den Support, wir wissen das zu schätzen! Am 31.08 erscheint unser neues Album „Entschuldigung für Nichts“ und wir freuen uns und bedanken uns vorab bei jedem, der sich das Teil zulegt!

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