Dienstag, 28. August 2012

Betontod - Entschuldigung für nichts (Better Than Hell)

Das letzte Album „Antirockstars“ ging auf Platz 28 in die Charts, und in ein paar Tagen werden wir wissen, welchen Platz "Entschuldigung für Nichts" erklimmen wird. Schon als drittklassiger Wahrsager kann man aber vorausahnen, dass es wohl noch deutlich höher nach oben geht. Betontod sind zwar im Grunde schon seit 20 Jahren dabei, erst in den letzten Jahren ging es für die Band aber in Riesenschritten nach vorne, raus aus den kleinen Clubs, rauf auf die großen Bühnen - und die neue Platte ist der nächste logische Schritt in dieser Entwicklung. Die Erfolge auf den diesjährigen Festivals, etwa in Wacken, waren da schon ein guter Gradmesser, insgesamt hört man dem Album seine Massentauglichkit aber von der ersten bis zur letzten Minute an. Auch wenn der Vergleich stilistisch hinkt: Diese 13 Songs haben eben genau das Mobilisierungs- und Hymnen-Potenzial, was Bands die Hosen seit Jahrzehnten und die Broilers seit ein paar Jahren die riesigen Hallen füllen lässt.

Der Hosen-Vergleich wird Betontod auf Grund der Produktion von Vincent Sorg natürlich jetzt oft angehängt werden. Und natürlich wird es auch ein paar alte Fans geben, die meckern werden - etwa darüber, dass Betontod anno 2012 noch etwas glatter klingen, es kaum noch direkten Rotz und Ecken und Kanten gibt, sich das meiste zumdem im Midtempo abspielt. Trotzdem muss wohl jeder eingestehen, dass "Entschuldgung für Nichts" trotz aller Politur ganz klar wie ein Betontod-Album klingt - angefangen bei den Riffs über den rauen Gesang bis hin zu den persönlichen Texten. Da können ein paar neue Elemente wie ein bisschen Ska oder balladeske Zwischentöne nichts dran ändern: Dieses Album ist durchgängig eben der Rock-Punk, für den die Band seit Ewigkeiten steht.

Egal ob das Ska-infizierte Titelstück, das melancholisch-hymnische "Alles", das aufmunternd-fröhliche "Egal Wohin Es Geht" oder die Uptempo-Nummer "Gute Reise" - kaum ein Stück, das nicht sofort ins Ohr geht und sich problemlos mitsummen, - singen. -gröhlen lässt. Auch das ganz schön billige, aber live zweifellos wunderbar funktionierende Partystück "Hömmasammawommanomma" ist typisch für diese Band. Insofern gehören Betontod nach Jahren harter Arbeit zweifellos zu den Kapellen, denen man den großen Zuspruch durchaus gönnt - und die ihn sich auch verdient haben, weil sie sich und ihrem Sound eben immer konsequent treu geblieben sind; mehr Stadion-Tauglichkeit hin oder her.

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