Donnerstag, 5. Juli 2012

The Offspring - Days Go By (Sony)

Schon witzig, dass bei jeder neuen Veröffentlichung von The Offspring die alte "ist das jetzt noch Punkrock oder nicht?"-Diskussion wieder ausgekramt wird. Denn mal abgesehen davon, dass der Streit "Punk oder nicht" ohnehin meist müßig ist und zu nichts führt - wer ist denn heutzutage tatsächlich noch überrascht, dass The Offspring poppig, rockig und nach großem Stadion klingen? "Ignition" und "Smash" liegen schließlich nicht zwei oder drei Jahre, sondern gut 20 Jahre zurück - dazwischen hat die Band mit diversen Hits so ziemlich jeden Radiosender und jede Mehrzweckhalle im Sturm genommen. Nur folgerichtig also, dass auch "Days Go By" wieder diese ganz typischen hymnischen Stücke im Überfluss bietet, die eben schon nach wenigen Sekunden eindeutig nach The Offspring klingen.

Interessanter bei dieser Band ist doch ohnehin schon seit langem, was abseits der zu erwartenden Pop-Rock-Punkstücke geboten wird. Und da gibt es auch diesmal wieder die eine oder andere, wie gewohnt nicht immer positive Überraschung. Da wäre etwa "Cruising California", das den Nerv-Faktor des berüchtigten "Pretty Fly For A White Guy" nochmals locker steigern kann - das in der Sommer-Disco zwischen Pink und Katy Perry aber sicher einige Fans finden wird, ohne dass dort irgendwer ironische Zwischentöne bei dem Stück vermuten würde. "All I Have Left Is You" versucht sich dann recht erfolglos am großen Gefühl und legt eine gekonnte Bruchlandung zwischen Bon Jovi und Sunrise Avenue hin, "OC Guns" hingegen überrascht mit Mariachi-Klängen, Beats und Kermit-Gesang - ist aber auch eher für eine kurze Minute als auf Dauer witzig.

Grund zum Ärgern also? Nein, nicht wirklich. "The Future Is Now", "Hurting As One oder "Turning Into You" etwa sind bester Stoff für alle die, die der Band über die Jahre die Treue gehalten haben - eben auf Grund der tollen Melodien und dem gekonnten Punk- und Rockmix. Und ganz am Ende gibt es mit "Dividing By Zero" sogar noch eine richtig mitreißende Überraschung - das Stück könnte glatt aus den "Ignition"-Sessions stammen, da wird man durchaus nostalgisch. Aber bitte deswegen nicht gleich die "Früher war alles besser"- oder die eingangs erwähnten "Punkrock"-Diskussionen starten. Dafür ist es mehr als nur ein paar Jahre zu spät.....

1 Kommentar:

  1. mit den 20 jahren hast schon recht und "days go by" und "all i've left is you" sind dafür die besten beispiele. aber das erklärt nicht warum ne band, deren mitglieder alle mitte/ende 40 sind, auf einmal musik macht, die sich anhört wie "von teenies, für teenies", siehe "cruising california" und "oc guns".
    wobei ich mir echt nicht sicher bin, ob gerade die beiden zuletzt genannten songs nicht vielleicht doch nur ne riesen verarsche sein sollen und reine ironie... ist aber wahrscheinlich wunschdenken :)
    fazit: nach den beiden singles hab ich das schlimmste befürchtet und mit meiner meinung nach "nur" 4 kompletten ausfällen und einem völlig unnötigen "dirty magic" sind immer noch 7 zum teil wirklich brauchbare songs auf der platte.
    das ist bei insgesamt 12 songs doch ein echt vernünftiger schnitt...
    ich finde mehr "punk" kann und darf man von dexter & co einfach nicht mehr erwarten ;)

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