Freitag, 8. Juni 2012

Jim Lockey & The Solemn Sun - Death (Xtra Mile Recordings)

"One of, if not the best, singer-songwriter I've met" - sagt niemand geringeres als Frank Turner über Jim Lockey. Der muss es wissen - tourte er doch mit ihm schon gemeinsam und konnte live mitansehen, wie sich Lockey immer mehr in die Fußstapfen von Turner selbst spielt. Ähnlich wie der haben nämlich auch Lockey und seine Begleitmusiker ihre Wurzeln ganz klar im Punkrock, lassen das aber immer nur kurz durchschimmern - und spielen sich sonst durch einen mal bewegenden, mal wütenden, mal bestens gelaunten Mix aus Pop, Indie, Folk und klassischem Singer-/Songwriter-Material.

Der Opener "England's Dead" etwa beginnt klagend und sparsam instrumentiert, lässt zum Ende hin aber noch ein Indie-/Punk-Geschrammel auf den Hörer los. "A Song About Death" ist typische Frank Turner-Mitrsingkost, "Wishing Well" hingegen gibt sich klassischer und wandelt - wie insgesamt mehrere Songs - auf den Spuren von Bright Eyes.

Lockeys Vielseitigkeit ist manchmal aber Fluch und Segen zugleich - die gerade mal 20 Sekunden lange Knüppel-Punkrock-Einlage "Sail Me Down The River" etwa mag für sich genommen gelungen sein, ist im Album-Kontext aber dann fast schon zu viel in Sachen Tempo- und Härtesprünge - vor allem weil sich gleich danach mit "Our Fathers" und "Home / Hospitals" zwei grandiose, melancholische und eingängige Songwriter-Hymnen anschließen. Aber das sind minimale Kritikpunkte, insgesamt ist "Death" trotzdem ein tolles, abwechslungsreiches, bewegendes Album geworden. "Deserves To Be Massive", meint Frank Turner. Recht hat er.
7,5/10

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